Heimo Ponnath Design

Der flache Bildschirm

Text: Heimo Ponnath, Dipl.chem. (© 1991)
Bilder: Heimo Ponnath und Beatrice Löbl


Blue mode STN-LCD

Solche TN-LCDs weisen ein typisches Kontrastverhältnis von 3:1 auf. Das bedeutet, daß ein angeschalteter Bildpunkt dreimal so hell ist wie ein abgeschalteter. Für einfache Displays genügt dieser Wert häufig schon. Er hängt zwar noch von der Umgebungshelligkeit und diversen weiteren Parametern ab, aber erst ein Kontrast von 7:1 erscheint dem menschlichen Auge als angenehm für umfassende Arbeiten auf dem Bildschirm.

Es war daher nötig, die TN-Technik zu verbessern, was zu den sogenannten super-twisted nematic LCDs (STN) führte. Am grundlegenden physikalischen Prinzip hat sich im Vergleich zur TN-Technik wenig geändert, lediglich der Winkel, um den das polarisierte Licht gedreht wird (bei TN waren das 90 Grad), ist jetzt stark erhöht worden auf Werte zwischen 180 und 270 Grad und damit hat sich auch die Form der Ellipse (des Feldvektor-Umlaufes des elliptisch polarisierten Lichtes) verändert - sie ist "runder" geworden. Das Kontrastverhältnis nimmt in STN-Flüssigkristalldisplays Werte bis 7:1 an.

Eine Nebenwirkung, der Licht beim Durchgang durch flüssige Kristalle ausgesetzt ist, kommt mit steigendem Twistwinkel immer stärker hervor: Der Dichroismus. Aus dem ursprünglich weißen Licht, das ja eine Mischung aller Farben ist, werden die einzelnen Wellenlängen (also Farben) unterschiedlich stark absorbiert. Es zeigt sich, daß der Hintergrund statt reinweiß (kein Feld angelegt, glatter Lichtdurchgang) häufig rötlich bis orange, ein Bildpunkt aber, der schwarz sein müßte (ein Feld ist angelegt, Licht geht nicht durch) eher blau bis cyan ist. Man nennt solche Flüssigkristallbildschirme - bei denen heute meist der gelbe Hintergrund kompensiert und damit auch das Kontrastverhältnis verbessert wurde - auch blue mode STN-LCDs.


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