Heimo Ponnath Design

Der flache Bildschirm

Text: Heimo Ponnath, Dipl.chem. (© 1991)
Bilder: Heimo Ponnath und Beatrice Löbl


Glossary

AMLCD
Aktiv Matrix LCD (siehe auch TFT-Technik)
Amplitude
Maximale Auslenkung einer schwingenden Größe aus der Ruhelage
Anisotropie
Physikalische Anregungen (Licht, Wärme etc.) führen bei verschiedenen Raumrichtungen zu unterschiedlichen Wirkungen.
CRT-Monitor
CRT = Cathode Ray Tube, ein Display, das mittels der vom gebräuchlichen Fernseher her altbekannten Braunschen Röhre betrieben wird.
DAP
Deformation aufrechtstehender Phasen. Deutsche Bezeichnung für ECB (siehe dort).
Dichroismus
Nebenwirkung der Doppelbrechung (siehe dort), bei der durch unterschiedliche Absorption der beiden Strahlen Farbwirkungen entstehen.
Dielektrizitätsanisotropie
Anisotropie (siehe dort) der Dielektrizitätskonstanten. Diese Konstante beschreibt die Wirkung eines elektrischen Feldes (siehe dort) auf eine Substanz.
Displays, aktive und passive
Bildschirmgeräte mit selbstleuchtenden Bildpunkten (aktiv) oder mit Punkten, die lediglich Fremdlicht verändern (passiv).
Doppelbrechung
Aufspaltung von Licht in zwei Strahlen, von denen einer dem normalen Brechungsgesetz gehorcht (ordentlicher Strahl), die Fortpflanzung des anderen aber von der Raumrichtung abhängt (außerordentlicher Strahl).
DSM
Dynamic Scattering Mode. Durch ein angelegtes elektrisches Feld fangen die Moleküle des Flüssigkristalls an, zwischen den Platten zu wandern, was durch entstehende Turbulenzen eine Trübung verursacht.
DSTN-LCD
Double Super Twisted Nematic - LCD. LCD-Technik, die fehlerfreie Schwarz/Weiss-Displays ermöglicht.
ECB
Electrically Controlled Birefringence = elektrisch gesteuerte Doppelbrechung. Bei dieser Technik führen schon kleine Änderungen des elektrischen Feldes zu starken Farbveränderungen als Nebenwirkung der Doppelbrechung.
ELD
Elektroluminiszenz-Display.
Elektrisches Feld
Zustand des Raumes zwischen verschieden geladenen Leitern. Wirkt sich auf elektrische Ladungen im Raum aus.
Elektrischer Feldvektor
Eine gerichtete Größe, die Stärke und Richtung eines elektrischen Feldes charakterisiert. Schwingt bei elektromagnetischen Wellen.
Elektrochemische Reaktion
Moleküle transportieren elektrische Ladungen und reagieren mit anderen Ladungsträgern oder an den begrenzenden Platten unter Bildung von Verbindungen oder Zersetzung.
Elektroluminiszenz
Aufleuchten einer Substanz unter dem Einfluß eines elektrischen Feldes.
Elektromagnetische Wellen
Licht, Radio- und Fernsehwellen sind Beispiele für e.W., bei denen der elektrische Feldvektor schwingt.
Ferroelektrische Substanzen
Reagieren besonders stark auf einwirkende elektrische und magnetische Felder.
FST
Film Super Twisted. Die Nebenwirkungen der Doppelbrechung in LC-Material, die zu Farbverfälschungen führen, werden durch einen speziellen Film aufgefangen.
Guest-Host-Technik
In das LC-Material werden Farbstoffe eingelagert, die eine ähnliche Gestalt haben wie die Stäbchen des Flüssigkristalles und alle Orientierungswechsel wie diese mitmachen.
Isotropie
Die Raumrichtung hat keinen Einfluß auf die Wirkung physikalischer Anregungen. Gase und normale Flüssigkeiten sind isotrop.
Klärpunkt
Temperatur, bei der ein Flüssigkristall zur isotropen Flüssigkeit wird.
Kontrastverhältnis
Verhältnis der Helligkeit eines eingeschalteten Bildpunktes im Vergleich zu der des ausgeschalteten.
LCD
Liquid Crystal Display. Flüssigkristall-Bildschirm.
Matrix, aktive und passive
Die Ansteuerung eines Bildpunktes geschieht über ein Netz von Leitungen, die als Zeilen und Spalten in die begrenzenden Glasplatten eingebracht sind. Werden von außen elektrische Spannungen auf eine Zeile und eine Spalte gegeben, dann bildet sich am Kreuzungspunkt ein elektrisches Feld, das diesen Bildpunkt steuert (passive Matrix). Befinden sich an den Kreuzungspunkten Dioden oder Transistoren, die das Feld steuern, dann liegt eine aktive Matrix vor.
MFD
Microtips Fluorecent Display = Mikrospitzen-Fluoreszenz-Bildschirm.
NCAP
Nematic Curvilinear Aligned Phase. Nematisches Material in winzigen Kügelchen, bei dem sich die Stäbchen entlang der Kugelmeridiane anordnen. Die Kugelachsen selbst ordnen sich - mit einigen Abweichungen - etwa parallel zur Folienbegrenzung an. Tritt Licht durch dieses Material, dann erfolgt nahezu maximale Doppelbrechung: Die Schicht ist undurchsichtig. Legt man aber ein elektrisches Feld an, richten sich alle Stäbchen in den Kugeln parallel zum Feld und das Durchtreten des Licht ist kaum beeinflußt: Die Folie wird transparent.
OMI-Technik
Optical Mode Interference. Durch Justieren des flüssigen Kristalls und der Zellendicke versucht man, Nebenwirkungen der Doppelbrechung aufzufangen.
Optische Achse
Vorzugsrichtung in anisotropen Material, die durch Symmetrien vorgegeben ist. Verläuft Licht entlang der o.A. in einer doppelbrechenden Substanz, dann findet keine Doppelbrechung statt.
PDP
Plasma Display Panel = Plasmabildschirm.
Phasendifferenz
Weil der ordentliche und der außerordentliche Strahl im doppelbrechenden Material unterschiedliche Weglängen zurückgelegt haben, sind die Wellenzüge gegeneinander verschoben. Der Unterschied heißt Phasendifferenz.
Plasma
In Plasmabildschirmen das Gas (Neon mit wenig Argon), das durch ein elektrisches Feld zum Leuchten gebracht wird.
PLZT
Durchsichtiges Keramikmaterial (piezoelektrische Lanthan-modifizierte Blei-Zirkon-Titan-Legierung), das ähnlich auf Licht und elektrische Felder reagiert wie Flüssigkristalle, nur viel schneller.
Polarisator
Vorrichtung, die von den vielen Schwingungsrichtungen des Feldvektors im natürlichen Licht wie ein enges Gitter eine einzige Schwingungsebene durchläßt.
Polarisiertes Licht
Licht, in dem der elektrische Feldvektor entweder nur in einer Ebene schwingt (linear polarisiert), oder mit seiner Spitze eine Ellipse (elliptisch polarisiert) oder einen Kreis (zirkular polarisiert) umschreibt.
Silizium, amorphes und polykristallines
Chemisches Element (Si), das in der Halbleitertechnik verwendet wird, z.B. zum Bau von Transistoren. Amorphes Silizium (a-Si) weist keine kristalline Struktur auf, polykristallines Silizium (poly-Si) besteht aus vielen kleinen Kristallen unterschiedlicher Größe.
STN
Supertwisted nematic. Nematischer Flüssigkristall, der um 180 bis 270 Grad verdreht ist.
TFT
Thin Film Transistor. Die TFT-Technik wird hei der Bildpunktansteuerung mittels einer aktiven Matrix verwendet. Die Transistoren liegen als dünner Film an den Kreuzungspunkten der Zeilen und Spalten.
TN-Technik
Twisted Nematic. Nematischer Flüssigkristall, der um 90 Grad verdreht wurde.
TSTN
Triple Super Twisted. Verfahren der LCD-Technik, in dem die Nebenwirkungen der Doppelbrechung durch spezielle Filme aufgefangen werden. Auch FST-Technik genannt, wenn nur ein Film vorliegt.
VGA-Standard
Standard für die Leistung von Bildschirmgeräten. Entspricht einer Punktauflösung von 640 mal 480 Bildpunkten, wobei 16 Farben aus einer Palette von 256 gleichzeitig darstellbar sind.
Zelle, aktive und passive
In der DSTN-Technik verwendet man zwei Zellen mit Flüssigkristallen, von denen eine mit einem elektrischen Feld versehen werden kann (aktive Zelle), die andere aber nicht (passive Zelle). Die passive Zelle dient zum Auffangen der Nebeneffekte der Doppelbrechung, die in der aktiven Zelle eingetreten sind.

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